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Spielfeld-Eröffnung: Die 8 goldenen Regeln um es richtig zu machen
Alt 23.01.2002, 19:13 Uhr   #1
patrick
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Spielfeld-Eröffnung: Die 8 goldenen Regeln um es richtig zu machen

Stephan Wildemann (OPM) hat zu diesem Thema den folgenden Artikel verfasst und uns zur Verfügung gestellt.

Diesen Artikel und das dazugehörige Gutachten über Paintball in der Öffentlichkeit könnt ihr auch hier als PDF-Dateien direkt herunterladen:

Die 8 goldenen Regeln zur Eröffnung eines Spielfeldes

Gutachten über Paintball in der Öffentlichkeit


------[snip]---------------------------

Die 8 goldenen Regeln zur Eröffnung eines Spielfeldes.
(von Stephan Wildemann, www.paintballshop.de)

Viele Spieler bemängeln in Deutschland die Situation, daß es zu wenige
Spielfelder gibt und versuchen ein eigenes Spielgelände zu eröffnen, oftmals
um mit einigen Freunden spielen zu können, andere sehen eine erste
Möglichkeit in die Selbständigkeit und würden gerne nach einer Testphase Ihr
Hobby zum Beruf machen.

Die generelle Meinung in Deutschland ein Spielfeld zu eröffnen sei
schwierig, oder unmöglich ist falsch.

Nun ein paar Worte zu meiner Person. Mein Name ist Stephan Wildemann, und
ich habe über 10 Jahre Erfahrung sowohl als Spieler als auch in meiner
Funktion als Gründer des ältesten 100% auf Paintball spezialisierten
Großhandels in Deutschland. OPM Paintball Supplies. Vor diesem Hintergrund
beschäftige ich mich seit 10 Jahren mit der Eröffnung von
Paintballspielfeldern in Deutschland/Europa. In dieser Zeit habe ich viele
Spielfelder gesehen, die von den Behörden wieder geschlossen wurden. Das hat
sowohl in der Öffentlichkeit, sowohl bei vielen Paintballspielern zu der
falschen Annahme geführt, das das Paintballspielen an sich bzw. das eröffnen
von Spielfeldern verboten sei. Diese generelle Meinung ist falsch.

Ich habe mich vor ca. 2 Jahren nochmals sehr intensiv mit den
Gerichtsurteilen bzw. den abschlägigen Bescheiden der einzelnen Behörden
beschäftigt und habe eine Strategie erarbeitet die es ermöglicht Spielfelder
auch in einem überregulierten Land wie Deutschland zu eröffnen.

Die Unwissenheit um wichtige grundlegende Gesetze und Verordnungen, die bei
der Eröffnung eines Spielfeldes zu beachten sind, führen oftmals zur
sofortigen Schließung des Geländes.

Daher ist der wichtigste Grundsatz:

Halte ich mich an die Vorgaben die aus geltendem Recht entstehen, kann man
mein Spielfeld nicht schließen.

Ich werde mich im nachfolgenden Text schwerpunktmäßig mit den Themen:

• Das Waffengesetz
• Wahl des geeigneten Grundstücks
• Öffentliches Spielen

beschäftigen.


Das Waffengesetz:

Dem Waffengesetz wird von vielen Spielern nicht die nötige Aufmerksamkeit
geschenkt, das kann zu Fehlverhalten führen.

Im weiteren Verlauf werdet Ihr sehen, das Euch das Waffengesetz auf Schritt
und Tritt beim Paintballspielen begleitet. Es ist sinnvoll eine Ausgabe des
Waffenrechts zu besitzen und zumindest wenn ihr zum Paintballspielen fahrt
im Auto zu haben, damit falls Ihr in eine Kontrolle geratet, den zuständigen
Ordnungskräften belegen könnt, das Ihr Euch im Rahmen der rechtlichen
Vorschriften verhaltet.
Das erscheint Euch komisch? Vielleicht ist es das auch, aber gerade im
Umgang mit Waffen sind viele Menschen sehr skeptisch und haben falsche
Vorstellungen.
Im Laufe der letzen 10 Jahre habe ich schon öfter haarsträubende Fehler,
auch bei Ordnungskräften erlebt.

Kauft den Beck´schen Kurz Kommentar zum Waffenrecht ISBN 3 406 33748 1
und führt in, wenn ihr Euer Hobby ausüben möchtet, mit Euch.

Paintballwaffen werden von vielen Spielern im alltäglichen Sprachgebrauch
als Markierer bezeichnet. Das mag im Aussenverhältnis zu Nichtspielern
sinnvoll erscheinen, um das negative Image ,welche Waffen in Deutschland im
allgemeinen haben, nicht nach außen zu tragen. Dabei kann leicht übersehen
werden das wir ein strenges Waffenrecht haben, das Fehlverhalten mit
teilweise erheblichen Strafen belegt.

Paintballmarkierer sind Waffen, daher werde ich im weiteren Text auch nur
noch über Waffen reden um die Bedeutung klar herauszustellen.

§ 1 WaffG (1) definiert Paintballmarkierer als Waffen.

Also müssen wir im Umgang mit Paintballmarkierern das Waffengesetz
uneingeschränkt beachten.

Paintballs dagegen sind laut WaffG keine Munition, daher sind die Gesetze
für Munition nicht zu beachten.

Paintballwaffen mit einer max. Mündungsenergie von 7,5 Joule (umgerechnet
210 Fuss pro Sekunde(fps)) tragen als kennzeichen die Caliberangabe sowie
ein F Stempel in einem gleichmäßigen Fünfeck und dürfen ab 18 Jahre frei
erworben werden. Siehe §§ 33/34 WaffG.

Laut §44 WaffG. darf Grundsätzlich nur auf genehmigunspflichtigen
Schießstätten geschossen werden.
Allerdings gibt für Paintballwaffen bis 7,5 Joule (210fps) eine Ausnahme im
§45 WaffG.

Hier heißt es

Schießen
$45 (1) Wer außerhalb von Schießstätten mit einer Schußwaffe.. schießen
will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde.
....
(6) Die Absätze 1-5 sind nicht anzunwenden
....
2. Auf das Schießen durch den Inhaber des Hausrechts oder mit dessen
Zustimmung im befriedeten Besitztum
mit Schußwaffen deren geschossen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als
7,5 Joule erteilt wird.... .

und in den Fällen der Buchstaben (a) und (b) wenn die Geschosse das
Besitztum nicht verlassen können.

Das heißt im Klartext

Für das Schiessen von Painballwaffen auf einem Paintballspielfeld sind die
Vorschriften für eine Schiessstätte nach §§44/45 WaffG, nicht zu beachten
und es ist auch keine weitere waffenrechtliche Erlaubnis notwendig,

wenn
die Waffen maximal 7,5 Joule Mündungsenergie haben. (ca. 210 fps). Dies
erfüllen Paintballwaffen in der Regel
Es gewährleistet ist das die Paintballs das Gelände auf keinen Fall
verlassen können.
Man das Hausrecht oder die Erlaubnis des Hausrechtsinhabers hat.

Klingt nicht so schwierig oder?

Zu immer wiederkehrenden Streitigkeiten führt die Aussage befriedetes
Besitztum. Einfaches Absperrband alleine reicht mit Sicherheit nicht aus.

Sinnvoll ist eine mind. 3 Meter hoher Zaun aus speziellem Paintballfangnetz.
Somit ist eine ausreichende Befriedung gesichert, zum anderen reicht je nach
Geländebeschaffenheit, ein normaler Zaun mit ausreichend Zwischenraum zum
Spielfeld quasi eine Sicherheitszone aus um zu Gewährleisten das niemand
durch umherfliegende Paintballs ernsthaft verletzt oder auch nur gestört
werden kann. An kritischen Stellen sollte man den Zaun auf 5,50m bis 6m
erhöhen.

Hausrecht erwirbt man durch Kauf oder anmieten eines Geländes. Natürlich
kann jemand Euch das Gelände auch kostenfrei zur Verfügung stellen. Dann
solltet ihr aber schriftlich nachweisen können, das Ihr das Gelände betreten
und benutzen dürft. Diese Genehmigung sollte zumindest in Kopie immer
mitgeführt werden, wenn ihr auf dem Paintballgelände seit, damit falls es zu
einer Kontrolle kommt, Ihr Euch legitimieren könnt.
Öffentlichkeit

Öffentliche Paintballspielfelder existieren in ganz Europa, es wird in
England und Frankreich in grossen Stadien gespielt, einzig in Deutschland
gehen einige Richter davon aus, das Paintballspielen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung gefährdet, da es unmoralisch sei. Daher wird
öffentliches Paintballspielen in der Regel untersagt. Hierzu ist im Anhang ein Gutachten beigelegt, das die ordnungsrechtliche Einordnung von
Paintball, sowie die sich daraus ergebenden Anforderungen genau aufweist. Es
hat sich aber auch gezeigt, das viele Gemeinden und Kommunen das
Paintballspiel auf einem ordentlich geführten Gelände begrüßen und
öffentliches Spiel und Werbung für solches nicht grundsätzlich ablehnen. Die
hier aufgeführten Ratschläge sollen versuchen eine nahezu lückenlose
Hilfestellung zum erfolgreichen eröffnen eines Spielgeländes zu geben um
größtmögliche Investitionssicherheit zu gewährleisten.

Ein Spielfeld darf in der Regel keinen Öffentlichkeitsbezug aufweisen
Was heißt das für den Betrieb eines Paintballspielfeldes?

Ihr seit dafür verantwortlich, das niemand euer Paintballspiel beobachten
darf, der nicht eindeutig und nachweisbar zu eurer Spielergruppe gehört.

Ihr seit dafür verantwortlich das niemand bei Euch Paintballspielen darf,
der nicht eindeutig und nachweisbar zu eurer Spielergruppe gehört.

Ihr seit dafür verantwortlich das niemand Kenntnis davon bekommt, sei es
durch Werbung oder Mundpropaganda, das Ihr auf eurem Paintballspielfeld
Paintball spielt, der nicht eindeutig und nachweisbar zu eurer Spielergruppe
gehört.

Hier noch einige weiterführende Erklärungen zu den oben genannten
Stichpunkten:

Das Gelände darf nicht von außen einsehbar, oder für Fremde begehbar sein.
Dies stellt sonst einen unzulässigen Öffentlichkeitsbezug dar.
Jedwede Form von Werbung für Paintballveranstaltungen- oder einrichtungen
sollte unterbleiben, jedenfalls soweit sie einen nicht bestimmten, klar
definierten und eingrenzbaren Personenkreis “aufruft” bzw. diesem empfiehlt,
dem Paintballspiel nachzugehen, sei es im Internet in Fachzeitungen oder
anderen Medien, soweit diese frei zugänglich sind. Also in der
Mitgliederzeitschrift meines Paintbalclubs darf ich werben, oder im Internet
eine spezielle Seite die nur meinen Mitgliedern über Paßwort zugänglich ist,
darf ich nutzen.
Nur die Mitglieder des Paintballvereins haben Zutritt auf das
Paintballspielfeld. Dabei muss es sich nicht um einen eingetragenen
Paintballverein handeln. (!!!!)
Es muss vermieden werden, das durch die Darstellung in Publikationen des
Vereins bei Außenstehenden auch nur der Eindruck entstehen könnte das
Spielfeld könne auch von nicht dem jeweiligen Verein angehörigen Personen
für Paintballspiele genutzt werden.
Die oben aufgeführten Punkte werden nicht in allen Bundesländern so strikt
gehandhabt, allerdings tut Ihr gut daran auch wenn Ihr in einem liberaleren
Bundesland lebt, Euch an diese Ratschläge zu halten, da Ihr somit eine
Investitionssicherheit und einen Fortbestand Eures Geländes garantieren
könnt.


Wahl des geeigneten Grundstücks

Welches Gelände ist für einen Paintballplatz rechtlich am besten geeignet?

Bei jedem Grundstück in Deutschland ist genau vorgeschrieben was man auf
diesem Grundstück machen darf.
Das ganze steht im Flächenutzungsplan. Der Flächenutzungsplan sagt, das man
zum Beispiel in einem Wohngebiet keine Chemieanlage bauen darf, sonder nur
Wohnungen, und sogar hier kann unter Umständen das Aussehen der Häuser oder
die Anzahl der maximalen Stockwerke vorgeschrieben sein.

Daher kann man für ein Paintballspielfeld nicht einfach von Bauer Hein den
Acker mieten, den dieser Acker ist als landwirtschaftliche Nutzfläche
verplant und Landwirtschaft ist Paintballspielen nun wirklich nicht.

Ebenso sind Wälder forstwirtschaftliche Nutzflächen und unterliegen oftmals
einem besonderen Schutz, da dort Tiere brüten, weiterhin sind grundsätzlich
Waldsperrungen nicht zulässig und das Gelände kann somit nicht befriedet
werden.


Gelände, die ohne Probleme verwendet werden können sind reine
Gewerbegebiete. Weitere detaillierte Informationen über die einzelnen Formen
von Baugebieten und Ihre Nutzugseinschränkugen. sind in der
Baunutzungsverordnung (BauNVO)zu finden. In der Regel wird man als Laie ohne
anwaltliche Hilfe aus den vielen Verordnungen nicht wirklich schlau, daher
beschränkt man sich am besten auf reine Gewerbegebiete. Hierbei ist zu
beachten das alte Gewerbegebiete, oftmals sehr günstig vermietet werden.
Neue Gewerbegebiete hingegen in der Regel extrem teuer sind. In alten
Gewerbegebieten siedeln sich oftmals Schrotthändler etc, an. Schaut einfach
mal nach alten leerstehenden Fabriken, die eine soliden Zaum um das Gelände
haben und bei denen oftmals grosse Freiflächen vorhanden sind, die
mittlerweile mit Bäumen und Sträuchern wieder überwuchtert sind. Halden in
ehemaligen Kohleregionen, sind unter Umständen auch eine interessante
Alternative. Hallen sind auch sehr interessant, aber in der Regel sind
Hallen entweder so verfallen, das man sie nicht mehr betreten/benutzen darf,
oder sie kosten ab . 2,5€ pro qm Monatsmiete und bei einem Mindestbedarf von
1500qm erreicht man schnell die stolze Summe von 3750 € Monatsmiete (!).
Ein Aussengelände sollte 8000qm (80m*100m), die Größe eines Standard
Fussballplatzes, nicht unterschreiten. Dies sind natürlich nur
Erfahrungswerte, welche bei Speedball oder anderen Varianten erheblich
abweichen können. Es gilt, erlaubt ist was gefällt.

Das Bundesemmisionsschutzgesetz und hier speziell die TALärm ist zu
beachten, sollte aber in reinen Gewerbegebieten ein zu vernachlässigender
Faktor sein.


Zusammenfassung:

Die 8 goldenen Regeln zum eigenen Spielfeld:

Die Waffen dürfen maximal 7,5 Joule Mündungsenergie haben (ca. 210fps)

Die Paintballs dürfen das Gelände nicht verlassen. (Am besten ein mind. 3m
hohen Fangzaun.)

Das Gelände muss umfriedet sein. (Wäre durch den Fangzaun schon gegeben.)

Das Gelände darf nicht von außen einsehbar sein. (Hier reicht es auch wenn

das Gelände an einem Privatweg liegt, dessen begehen für unbefugte verboten
ist)

Das Gelände darf nur von einem klar vorher bestimmten Personenkreis besucht
werden, am besten Mitglieder des Clubs oder Vereins.

Der Club oder der Verein muss nicht e.V. (eingetragener Verein beim
Amtsgericht) sein.

Es darf kein Öffentlichkeitsbezug hergestellt werden. (Werbung etc..)
Gelände, die ohne Probleme verwendet werden könnern sind reine
Gewerbegebiete.


So das wärs, ich hoffe der Kopf raucht nicht zu sehr, sollten dennoch fragen
sein, bin ich in der Regel täglich von Mo-Fr.: 12:00 -13:00 Uhr für
Spielfeldfragen unter der Nummer: 0211/7333155 zu erreichen.

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[ 23. Januar 2002: Beitrag editiert von: ugr ]
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