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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umfriedung? Ball darf Gelände nicht verlassen?


BountyHunter
08.07.2001, 02:00
Hallo,
in einem Steinbruch hätten wir prinzipiell die Möglichkeit Paintball zu spielen, sprich, wir haben die Erlaubnis des Besitzers. Da wir das ganze auch mit den Behörden (Polizei) abklären wollen, habe ich schon ein wenig im Internet wegen der Gesetzeslage gestöbert und auch hier im Forum einige Nachrichten gelesen. Zwei Punkte tauchen immer wieder auf:

1. Umfriedung
2. Ball darf Gelände nicht verlassen

Zu Punkt 1:
Es handelt sich wie gesagt um einen Steinbruch. Zur Zeit sieht es so aus, daß der Steinbruch entweder eingezäunt oder durch Hecken, aufgeschüttete Erdwälle, Steilhänge oder kleine Seen vor Zutritt geschützt ist. An der Einfahrt befindet sich ein verschliessbares Tor. Zusätzlich findet man in regelmäßigen Abständen um das Gelände Warnschilder "Betreten verboten".
Wie stehen hier die Chancen das das Gelände als umfriedet gilt?

Zu Punkt 2:
Bälle dürfen das Gelände also nicht verlassen. Ich kann mir darunter nichts konkretes vorstellen. Mir ist natürlich klar was diese Aussage bedeutet, aber umgesetzt werden kann sie doch praktisch nicht? Ich meine, dann dürfte es ja auch keine Schießplätze für Sportschützen, Jäger oder die Bundeswehr im Freien geben. Wenn ich wirklich rausschiessen möchte, dann kann ich das doch auch. Einfach im (un)passenden Winkel in die Luft schiessen, dann landet die KK-Kugel garantiert nicht mehr auf dem Gelände vom Schützenverein der hier auf'm Dorf eine Schiessbahn im Wald hat.
Was muss hier speziell beachtet werden?

Tschau!

Merlin
08.07.2001, 09:57
Zu 1 kann ich nicht viel sagen da ich mich da nicht so auskenne. Aber zu 2 is folgendes meine Meinung:

Das Gelände muss entweder eine große "pufferzone" haben durch die kein Ball mal so eben durchfliegt oder es müssen rundrum Netze gespannt werden.
Bei der Aktion gehts z.B. um folgende Aktion (hatt ich neulich gerade auf nem Woodland Feld):
Spieler 1 sitzt am Rande des Spielfeldes in einer Deckung und Spieler 2 kommt aus der Mitte des Feldes (also auf den Rand zu) und außerhalb des feldes gehen Leute vorbei.
So wenn jetzt Spieler 2 versucht Spieler 1 zu markieren und keine Pufferzone oder Netze da sind, könnte es ja recht schnell passieren das mal ein "Spatziergänger" was abbekommt.

Daher halt würd ich sagen :) Das man über sone Netze drüber halten kann is klar ... aber normalerweise tut man das ja nicht ausversehen.

Vielleicht kann ja noch jemand dieses Posting ergänzen der genau weis warum :)

Hifi
08.07.2001, 14:40
Also ich denke mal, wenn das Netz 3 Meter hoch ist und dort schießt jemand mit seinem Markierer darüber, und trifft einen, wird es demjenigen nichts ausmachen, weil der Ball ja s´chon einiges Energie verlohren hat, dadurch, daß er einen großen Bogen über das Netz fliegt.

Ich weiß jetzt bloß nicht, ob der Getroffen, der sicherlich nur einen Fleck abbekommen hat die Feldbesitzer anzeigen kann.

DB
08.07.2001, 16:51
Hi Bountyhunter,

die Rechtsprechung legt den Begriff der
Umfriedung zwar nicht so aus, daß diese
das Gelände unbetretbar machen muß. Aber schon nach Wortsinn meint eine "Umfriedung"
primär eine künstliches Objekt mit einer
gewissen objektiven Barrierewirkung, welches seiner Beschaffenheit nach dazu geeignet ist, einen Bereich so abzugrenzen, daß zumindest erkennbar ist, daß dieser Gegenstand fremden Hausrechts ist.

Das Tatbestandsmerkmal der "Befriedung"
hat im Waffenrecht als Bestandteil des besonderen Gefahrenabwehrrecht zwei Schutzrichtungen.

Dem Wortsinn nach spricht es zum einen
die Befriedung im Sinn der Schaffung
einer Zone an, in welcher der Befriedende
eben "seinen Frieden" hat, indem er die Vorkehrungen gegen eine Einflußnahme
Dritter von ausserhalb seines Besitzes geschaffen hat.

Zum anderen spricht dieses Merkmal aber
auch den Schutz von Dritten an, die davor geschützt werden sollen, ohne Hinderung durch eine physische Barriere mit
Signalwirkung fremden Besitz betreten
zu können, auf dem Gefahren drohen.

Dies ergibt sich auch aus dem Erfordernis des Vorliegens beider Tatbestandsmerkmale
(Befriedung und "Unmöglichkeit" des "Hinausschiessen").

Der Gestzgeber hat sehr wohl erkannt, daß Vorkehrungen zur Verhinderung des "Hinausschiessens" nicht
notwendigerweise auch eine oben
beschriebene Barrierewirkung haben.

So werden zum Beispiel auf Bundeswehrschießplätzen für Handwaffen Erdwälle um die Schießbahnen aufgeschüttet _und_ Zäune mit Warnschildern errichtet.

Die von Dir erwähnten "Steilhänge" und "kleinen Seen" üben zwar eine gewisse tatsächliche Barrierewirkung aus, sie deuten aber nicht unbedingt darauf hin, daß ein Bereich beginnt, der Gegenstand fremden Hausrechts ist und auf dem Gefahren drohen
könnten.

Bezüglich des "Hinausschiessens" liegst Du richtig: Die zu treffenden notwendigen
Vorkehrungen ergeben sich aus den Gefahren, die durch ordnungsgemäßes und übliches Abfeuern der Schußwaffe entstehen, d. h.
bei weitgehend horizontaler Ausrichtung der
Läufe. Im Fall eines Paintballfeldes reichen 3 Meter hohe Ballfangnetze daher aus.

BountyHunter
08.07.2001, 17:26
Hallo Dirk,
ich werde das Gelände kommendes Wochenende noch einmal abgehen und auf die von Dir angesprochenen Punkte achten. Vielleicht weiss ja auch der Besitzer schon, ob der Steinbruch bereits offiziell als befriedet gilt. Wenn ja, und wenn wir eine ausreichende Pufferzone vereinbaren (Gelände ist sehr groß, Fangnetze installieren viel zu teuer), ist es dann ratsam der Polizei Bescheid zu geben? Auf Paintball2000.de stand im Spielfeldratgeber, dass keine zusätzlichen behördlichen Genehmigungen erforderlich sind. Aber mich würde es schon beruhigen wenn zumindest die Polizei (wer noch?) informiert ist. Auf'm Dorf gibt es schnell Grüchte und Anzeigen :-(

Tschau!

DB
08.07.2001, 22:40
Hallo,

ihr solltet auf jeden Fall gewisse
Vorkehrungen gegen unbefugtes Betreten
treffen (Trassierung, Warnschilder).

Trotz allem muss ich Dir raten,
das Spielfeld mit Ballfangnetzen
abzuhängen.

Ihr braucht keine zusätzliche Genehmigung,
wenn die in meinen ersten Posting genannten
Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Polizei solltet Ihr informieren, die werden im Fall der Fälle nämlich als erstes angerufen.

BountyHunter
09.07.2001, 11:35
Das Gelände mit Netzen abzuhängen wäre für uns wirklich sehr kostspielig. Bei Maxs kosten 20 Meter grünes Netz etwa 100 DM. Das Gelände hat grob geschätzt eine Größe von 200x400 Meter. Mal eben 6000 DM (und das ohne Haltestangen) auszugeben fällt wirklich schwer. Zumal wir nicht vorhaben professionell zu spielen. Aber vielleicht reicht es ja das Gelände teilweise abzuhängen, je nach natürlichen Gegebenheiten.

Kann man irgendwo gebrauchte Netze kaufen? Und, wieso sind die eigentlich so teuer?

Tschau!

HuMa892
09.07.2001, 12:08
Also für ein normales 5-Mann Sup-Air oder Speedball Feld von so 50 auf 40 meter reichen euch ja dann knapp 1000DM aus!
Ihr müsst ja net alles Umzäunen!
Reicht doch das Feld und der Chrony!
Erkundigt euch mal bei den grösseren Baufirmen und Gerüstbauern! die Fangnetze für gerüste sind zu 100% die gleichen (AFAIK)!
und die haben vielleicht auch gebrauchte!
Dort kriegt ihr vielleicht auch alte Kanthölzer und so als Haltestangen!
Viel erfolg!

HuMa

Matl
10.07.2001, 13:03
Vorsicht!

Die normalen Baunetze sind nicht dazu geeignet Balls mit über 200kmh aufzuhalten!

Das Hauptproblem bei diesen Netzen ist die UV und Witterungsbeständigkeit. Oft wird das Netz nach kurzer Zeit Spröde und gibt nur mehr den Anschein der Sicherheit.

Solche Netze würde ich nur in Bereichen verwenden wo ohnehin eine Maske Pflicht ist.

Headshot

Paintball
10.07.2001, 18:46
ja genau, wenn man ein Spielfeld haben will und noch dazu ein legales welches den unbeteiligten keinen Schaden zufügt dann muß man halt mal etwas mehr Geld aufbringen.
Eine Augenverletzung kostet euch mehr.